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 4.9.französische revolutionzurück-pfeil.gif (2419 Byte) l-weiter.gif (2419 Byte)4.11.industrialisierung+kolonialismus

 l-buch.jpg (1728 Byte)4.10.  18./19.JHD-3:   ideologisches zeitalter-2:

NAPOLEONISCHES ZEITALTER:

  

 

NAPOLEON  1797/99-1815

 

aus:  dtv-atlas:

 

Das Konsulat (1799-1804)

 

1799 Staatsstreich vorn 18. Drummaire (9.11.):

Mit Hilfe des Militärs und seines Bruders LuCIEN löst NAPOLEON das unfähige Direktorium auf. sprengt den »Rat der Fünfhundert« und bildet eine provisor. Reg. u.a. mit FouCHE (1759--1820) und TALLEYRAND als Polizei- bzw. AMin.

 

SIEYEs schreibt die neue Konsularverfassung:

Beraten von 2 Konsuln und dem Staatsrat, ernennt der Erste Konsul (alleinige Gesetzesinitiative) alle Offiziere. Beamten, Richter und die 80 Mitgl. des Senats. Diese schlagen die Notabeln vor, durch die indirekt in allg. Wahl die Kandidaten des Tribunats (nur Diskussion) und des Corps Legislatif (nur Abstimmung der Gesetze) vom Volk gewählt werden. –

 

Die demokrat. eingekleidete Militärdiktatur wird durch Plebiszit (gegen nur 1562 Stimmen) angenommen, Napoleon als Erster Konsul auf 10 Jahre gewählt.

 

Verwaltung:

Spezialisierung der Bürokratie (Berufsbeamte) und Angleichung der Rechtsinstanzen an die Verw.

 

Erziehungswesen:

Die Ausbildung wird einheitl. in untere, mittlere und höhere Schulen gestuft, staatl. kontrolliert und reglementiert. Betont werden formallogische Bildungsstoffe (Latein, Mathematik) und angewandte Naturwissenschaften.

 

Verw.- und Schulzentralismus charakterisieren Frankreich bis zur Gegenwart

Kirche:

PlUS VII. [1800-23) verzichtet »um des Friedens willen« auf Rückgabe der Kirchengüter. Das 1801 Konkordat (bis 1905 gültig) bindet Klerus und kath. Bevölkerung an den Staat (Ernennung der Bischöfe; Besoldung und Treueid der Priester).

1811 Nationalkonzil. Es ergeben sich erneut Konflikte (Schließung kirchl. Schulen und Priesterseminare)

 

Wirtschaft und Recht:

Mit der 1800 Gründung der Bank von Frankreich klingt die Inflation ab.

Durch Schutzzölle, Straßen- bau, Heeresaufträge erholen sich Gewerbe und Industrie.

1804 Code civil (Napoleon): garantiert persönl. Freiheit, Rechtsgleichheit, priv. Eigentum, Zivil-Ehe, Ehescheidung.

 

Sozialordnung:

Führend bleibt das (Groß-)Bürgerturn; der emigrierte Adel wird zur Rückkehr aufgefordert; staatl. Laufbahnen stehen allen offen.

 

1802 Stiftung des Ordens der Ehrenlegion. Das Regime stützt sich auf Pressezensur, Spitzel und einen Polizeiapparat (FOUCHE). Kritiker (Mme. DE STAEL, CHATEAUBRIAND) werden nicht geduldet.

 

Heerwesen:

Konskriptionen (Rektrutenaushebungen) mit Freistellungsmöglichkeiten erfassen zwischen 1806 und 1812 ca. 1,3 Mill. Soldaten (41 Prozent der Wehrpflichtigen). Versorgung der Truppe leidet unter Spekulationen priv. Kreditgeber.

 

1802 Auf Grund seiner Erfolge verlängert ein Plebiszit das Konsulat NAPOLEONS auf Lebenszeit.

 

FouCHE deckt eine 1804 royalist. Verschwörung auf: der nicht beteiligte, aus dem bad. Ettenheim entführte bourb. Hz. von ENGIDEN wird das Opfer eines Justizmordes. -

NAPOLEON veranlaßt den Senat, das erbl. Kaisertum durch ein Plebiszit zu beantragen.

 

Das Kaiserreich (Empire) Napoleons

1804 Krönung NAPOLEONS I. zum Kaiser der Franzosen.

Seine Familienmitglieder erhalten Prinzentitel, Minister und Generäle werden zu Großwürdenträgem und Marschällen erhoben.

1807 Einrichtung eines mit Majoraten und allen Titeln ausgestatteten Neuadels (bis 1814 31 Herzöge, 451 Grafen, 1500 Barone).

 

Das Ksr. wächst durch ständige Annexionen

 

 

Das System des Empire:

 

Die rational aufgebaute Hegemonie über Europa gliedert sich seit 1807 in Familienstaaten (Napoleoniden), ab- häng. Vasallenstaaten und Verbündete. - Wahl des franz. Marschalls BERNADOTTE (KARL XIV.) zum schwed. Thronfolger (1810). - Zur Rechtfertigung seiner Politik verweist NAPOLEON auf bist. Parallelen (röm. und karoling. Imperium).

 

Staaten, die das 1807 Mailänder Dekret zur Verschärfung der Kontinentalsperre nicht befolgen, werden be- setzt: Portugal 1807; Etrurien, Rom 1808/ 09, Nordddeutschland 1810.

 

Folgen für das kontinentale Europa:

1. Verbreitung liberaler Ideen, Überwindung des Feudalismus und Einführung moderner Rechtsprechung (Code civil);

2. Entstehung von Staaten mit zentraler Bürokratie und staatl. Schulwesen;

3. franz. Fremdherrschaft und die Zusammenfassung staatl. bisher zersplitterter Gebiete fördern den Nationalismus;

4. Bevorzugung der franz. Wirtschaft; Ausweitung der Textilindustrie; Mangel an Kolonialwaren durch die Kontinentalsperre, deshalb Teuerung, Ersatzstoffe (Rübenzucker), Schmuggel, Schwarzhandel und Korruption;

5. Rußland gewinnt als Partner NAPOLEONS 1807 Bialystok, 1809 Tarnopol; Finnland im 1809 Frieden von Fredrikshamn; Bessarabien durch den 1806-12 russ.-türk. Krieg. 1808 Fürstentag zu Erfurt: Begegnung NAPOLEONS mit ALEXANDER I.

 

Zur Aufwertung der eigenen Dynastie und zur Verpflichtung Österreichs heiratet NAPOLEON 1810 MARIE-LUISE, Tochter FRANz' I v. Österreich.

 

1812 Größte Ausdehnung des Empires: 152 Departements mit 50 von 175 Mill. Einw. Europas.